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Winterreise nach Berlin


Berlin-Hauptbahnhof

Berlin - Hauptbahnhof - Haupteingang

Hauptbahnhof Berlin


Wenn einer eine Reise tut...
 
Einmal im Jahr passiert es, dass ich meiner Familie verkünde: "Am soundsovielten fahre ich dort und dort hin."
Da meine Familie noch reisemuffliger ist als ich selbst, wünscht sie mir gute Fahrt - und mancher kann sich die Bemerkung nicht verkneifen: "Zieh dich bloß warm an!"
Denn alle wissen, wenn ich mich auf den Weg mache, ob per Bus oder Bahn, droht ein
Wettersturz. Ich kann zu Hause bei strahlendem Sonnenschien starten, je näher ich meinem
Urlaubsort komme, desto mehr trübt sich der Himmel ein.
Am Ziel eingetroffen, muss ich damit rechnen, dass der Wettergott sämtliche Wetterreste vom vergangenen Jahr auf mich und meine Mitreisenden herab wirft.

Nehmen wir nur als ein Beispiel meine dreitägige Busresie nach Berlin vor einigen Jahren. 
Bei der Abfahrt in Lübeck herrschte eitel Sonnenschein, obwohl wir Januar schrieben Auf dem Wege nach Berlin wurde es von Stunde zu Stunde dunkler. Aus allen Himmelsrichtungen zogen schwarze Scheewolken auf. Als wir im Stau vor Berlin steckten, bagann es zu schneien.
Eines haben diese Bus-Pauschalreisen gemeinsam - das Hotelzimmer ist erst am späten Nachmittag bezugsfertig
Also setzte uns der Busfahrer in Berlin-Mitte ab, im Angesicht des Fernsehturms, mit der
frohen Botschaft, wir hätten zwei Stunden zur freien Verfügung und träfen uns an der selben Stelle um 16 Uhr wieder.

Inzwischen hatte ein dichtes Schneetreiben mit orkanartigen Böen eingesetzt. Das Thermometer am Geschenkeladen Unter den Linden zeigte minus 17 Grad an.
Alles, was ich an Winterkleidung am Körper trug, schien mir zu wenig, und der Koffer befand sich im Reisebus. Ich drückte mich durch einige Buchläden zwischen dem Brandenburger  Tor und Friedrichstraße, bis mir einfiel, dass sich in der Wilhelmstraße ein Blockhaus-Restaurant befand. Ich hatte dort öfter gespeist, als ich im nahen Frauenhotel nächtigte.
Bis dorthin kämpfte ich mich durch Sturm und Schnee. An jeder Hausecke schien das Unwetter die Richtung zu wechseln. Jedenfalls biss mich die Kälte ständig ins Gesicht.
 
Im Blockhaus verbrachte ich anderthalb Stunden - bei heißem Tee und irgendeinem Spinatauflauf.

Zur verabredeten Stunde fanden sich die Fahrgäste im Bus ein, nass und durchfroren.
Der Fahrer kutschierte uns zu unserem  ****Hotel in einer Seitenstraße des Kudamms.
Wie froh waren wir, unsere warmen Zimmer zu beziehen!

Dieses Zimmer sollte für zwei Tage und Nächte mein Heimathafen werden, denn es
schneite und stürmte munter weiter. Auf den Fußwegen der Nebenstraßen war es spiegelglatt. Ich wagte  nur kleine Rutschpartien zum KaDeWe und zu Karstadt, um etwas Warmes in den Magen zu bekommen. An einen ausgiebgen Berlin-Bummel war nicht zu denken.

Am nächsten Morgen fuhren die Mitreisenden zum Messegelände - die Fahrt zur Grünen Woche war inklusive - während ich "rooming-in" pflegte, worum mich die am Abend Heimkehrenden beneideten.

Diese drei Tage, die ich in Berlin verbrachte, waren die kältesten des Winters 2001/02. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Temperaturen im heimischen Lübeck nur halb so tief fielen. Und einen Schneesturm gab es hier auch nicht.


Berlin-Brandenburger Tor

Berlin - Quadriga auf dem Brandenburger Tor 

Internationaler Frauentag





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Ostsee-Leuchtturm, Nordsee-Inseln
Berlin - Winterreise
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Karin Rohner

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