|
|
|
|
|
|
|
|
|
Internet-Marktplatz der Seite
Ostsee-Leuchtturm.de
Baumarkt
|
|
| |
|
|
Wohnungseinweihe
von H-R Rohner
Es war ein regnerischer Herbst-Sonntag, als Petra sich anschickte, in
der
neuen Küche das bevorstehende Essen vorzubereiten. Sie war vor
kurzem vierundzwanzig Jahre alt geworden und fand, dass die Zeit reif
sei, auf eigenen Beinen zu stehen, und sich eine eigene Wohnung zu
nehmen. In den letzten Wochen setzte sie ihren Plan in die Wirklichkeit
um und mietete in der Kleinstadt, in der sie seit drei Jahren
arbeitete, eine Dreizimmer-Wohnung. Dass damit eine Menge Arbeit
verbunden war, merkte Petra schon bald. Sie musste die ganze
Wohnungs-Einrichtung kaufen, denn sie wollte neue Möbel,
Teppiche, Essgeschirr, Pfannen, Gläser, also alles, was man
zum selbständigen Leben so brauchte. Dass dabei ihr ganzes
Gespartes drauf ging, wurde ihr schon bald klar.
Urs, ein Mitarbeiter aus ihrer Firma anerbot ihr, mit dem Firmeneigenen
Klein-Transporter die neuen Möbelstücke zu
transportieren und ihr beim Einrichten der neuen Wohnung behilflich zu
sein. Er schleppte das neue Bett, den Wandkasten, die Wohnwand, die
Polstermöbel in ihr neues Zuhause und befestigte die Bilder an
der Wand, er wusste, wo gerade jetzt ein günstiges
Schnäppchen zu machen sei, er installierte die Lampen, kurz
gesagt, Urs war ein richtiger Schatz.
Petra bemerkte schon bald, dass sich zwischen beiden eine engere
Beziehung anbahnen könnte. Sie konnte auch nicht verbergen,
dass sie sich in Urs ganz allmählich, aber immer heftiger
verliebte. Als am letzten Freitagabend die letzten Arbeiten erledigt
waren, wollte sich Urs höflich verabschieden. Doch Petra
schmiegte sich ganz zärtlich an Urs, dankte herzlich
für die geleistete Hilfe und sagte: „Für
deine Hilfe hast du ein feines Mittag-Essen verdient! Ich
möchte dich am kommenden Sonntag zu einem feinen Mittagessen
hier bei mir in der neuen Wohnung einladen!“ Urs nahm die
Einladung dankend an und wollte sich verabschieden. Da drückte
ihm Petra einen heftigen Kuss auf den Mund und winkte ihm dankend zu:
“Also, bis am Sonntag, Punkt zwölf Uhr erwarte ich
dich“!
Am Samstag machte Petra alle Besorgungen für ein festliches
Mal. Eigentlich konnte sie gar nicht kochen, aber sie hatte sich ein
gutes Kochbuch gekauft, und folgte nun genau den beschriebenen
Anweisungen. Sie war sehr nervös, denn sie wollte nichts
falsch machen, und Urs sollte das Gefühl bekommen, dass sie
eine gute Hausfrau sei.
Die Zeit rannte Petra davon, die Zeiger ihrer neuen Küchenuhr
zeigten schon auf Viertel vor Zwölf. Eiligst deckte sie den
Tisch mit einem weissen Tischtuch, stellte einen Kerzenhalter in die
Mitte, Teller, Messer. Gabel, Löffel, zwei Gläser
wurden immer wieder in die rechte Position gerückt. Immer
wieder zwischendurch schaute sie nach dem Braten im Backofen,
kontrollierte die Bohnen und die Nudeln. Es war nun fünf vor
Zwölf, Petra zündete den Docht der Kerzen an und
erwartete jeden Augenblick das klingeln der Wohnungs-Glocke.
Es war schon fünf nach Zwölf, jedoch die Klingel
blieb stumm. Petra wurde immer nervöser, schaute auf die
Küchenuhr, die Nudeln drohten, zu verkochen, der Braten
drohte, zu verkohlen. Als die Küchenuhr Viertel nach
Zwölf anzeigte, sass Petra immer noch alleine in ihrer Wohnung
und war dem Weinen nahe. Um halb Eins hatte sie alle Hoffnung
aufgegeben, dass der sehnlichst erwartete Besuch noch eintreffen
könnte.
Da sass sie nun, weinte fürchterliche Tränen, fragte
sich, was sie falsch gemacht hatte. Vielleicht hatte sie sich in ihren
Gefühlen getäuscht. Vielleicht hatte Urs sogar eine
Andere? Sie hatte mit ihm nie über dieses Thema gesprochen.
Das Essen war in der Zwischenzeit kalt und ungeniessbar geworden, aber
Petra verspürte sowiso keinen Hunger mehr. Sie legte sich auf
ihr neues Bett und heulte fürchterlich.
H-R Rohner,
Siebnen, Schweiz
mit freundlicher Genehmigung
Automarkt - Baumarkt
- Computermarkt
- Essen
und Trinken - Familienurlaub
- Kunst-Kultur - Kurznachrichten
- Musik
und TV - Sport
und Spiele
Wellness,
Gesundheit
|
|
|
|
|
|