Ostsee-Leuchtturm.de


   
 
 
 Landschaften
 Ostsee 
 Nordsee
 Schleswig-Holstein
 Lübeck-Travemünde
 Klingberg
 Ratzeburg
 Rügen-Hiddensee
 Usedom-Vineta
 England
 Schottland
 Schweden
 Dänemark
 Georgien
 Schlesien-Silesia
 Aussichten
 Leuchttürme
 Insel-Urlaub
 Ferienreisen
 Burgen-Berge
 Meerwasser
 Tiere-Pflanzen 
 Service
 Internet-Marktplatz
 Internetseiten
 Impressum


Chronik von Klingberg (1957)

8. Das heutige Klingberg

 
 


Das heutige Klingberg  (1957)

Ursprünglich sollte Klingberg eine Vegetariersiedlung werden.  Die ersten Siedler
waren auch größtenteils Vegetarier.  Doch im Lauf der Jahre siedelten sich auch
"Fleischesser" hier an. Besonders nach dem 2. Weltkrieg nahm auch Klingberg
Flüchtlinge aus dem Osten Deutschlands auf,  die keineswegs Lebensreformer
waren.  Heute leben in Klingberg Vegetarier und Fleischesser beieinander.

Obwohl Klingberg jedes Jahr von Gästen aufgesucht wird, ist es doch immer noch
ziemlich unberührt. Im Sommer fahren auf den Landwegen moderne Autos, doch
im Winter ist Klingberg , wie alle Dörfer auf dem Land, von der Welt abgeschnitten.
Es ist schwer, nach Scharbeutz oder Schürsdorf zu gelangen. Die schmalen
Knickwege sind oft zugeschneit, und es dauert sehr lange, bis ein Schneepflug
nach Klingberg gelangt. Nur die Stzraße zwischen Ziegelhof und Klingberg
besteht als einigermaßen befahrbare Landstraße.

Wer im Sommer nach Klingberg kommt, dem fallen die vielen Obstgärten auf.
Die einzelnen Häuser liegen weit voneinander entfernt, hinter Obstbäumen
verborgen.  Der Obstbaum ist gewissermaßen das Wahrzeichen Klingbergs.
Die Bewohner leben vom Obstanbau. Doch dieser allein reicht nicht zum
Lebensunterhalt. Es gibt reiche und arme Obstjahre.  Reift in einem Sommer
viel Obst, so fällt es shwer, es zu verkaufen, weil es Obst in Hülle und Fülle
gibt. In einem obstarmen Jahr ist der Umsatz ohnehin gering. Darum vermieten
im  Sommer viele Klingberger Gästezimmer. In großen Obstgärten werden
klein Wohnhütten aufgestellt. Diese werden von den Gästen besonders gern
gemietet.  Denn in den Hütten stört niemand den anderen, weil sie weit
auseinander liegen. So entstanden in Klingberg neben den großen Pensionen
zahlreiche private Zimmer.

Klingberg besitzt eine Jugendherberge.  Sie liegt am Fierthwald an der Landstraße
nach Schürsdorf. Die Jugendherberge besteht aus zwei Gebäuden. Das große, neue
Gebäude ist die Herberge, das alte, lange  Gebäude bildet die Küche und
Privatwohnungen. Außerdem sieht man neben dem alten Gebäude einen
Glasraum, den Aufenthaltsraum. Hier können sich die Jugendlichen bei
Regenwetter aufhalten. Hinter der Herberge liegt ein großer  Sportplatz.

Der Sachsenhof, eine große Pension, wurde 1911 bis 1912 erbaut. Doch nach dem
2. Weltkrieg wurde er zum Altersheim umgebaut. Dort befindet sich auch eine Obstmosterei.

Klingberg hat  keine Schule. Klingberger Kinder müssen heute nach Schürsdorf
in die Schule gehen. Das war nicht immer so.  Nach dem 1. Weltkrieg entstand
an der Landstraße nach Schürsdorf ( heute Uhlenflucht) eine Privatschule. Sie
wurde von Frau Maria Westhoff, geb. van der Smissen, geleitet. Diese Schule
wich ganz von dem damals gebräuchlichen Schema der Dorfschule ab und war
eine Vorläuferin der Waldorfschule . Doch im Jahre 1927 musste die Schule
aufgelöst werden.

In den letzten Jahren kauften viele Fremde in Klingberg Land auf und bauten sich
Wohnhäuser. Die Ländereien, die die ersten Siedler aufkauften, sind kaum noch
in deren Besitz.

Die Zeit, da auf dem Flecken wo Klingberg steht, die Kühe weideten, ist längst
vorbei. Jedes Jahr wird mehr Ackerland zu Bauland.

Den schönen Wald, die Scharbeutzer Heide, sieht man aber heute noch.  Er ist ein
beliebtes Ausflugsziel, das sich zwischen Klingberg, Scharbeutz und Haffkrug
erstreckt.  Die ganze Landschaft besteht aus Hügeln.  In der Scharbeutzer
Heide findet man, wie überall in Ostholstein, zahlreiche Hünengräber . Sehenswert
sind auch die Kronenbuche und die 13-stämmige Buche zwischen Klingberg und Scharbeutz.

Im Kurgebiet Pönitzer See gibt es viele schöne Wanderwege, die es wert sind,
dass amn sie bewandert.

Klingberg erfreut sich seiner günstigen Lage. Im Laufe der Jahrzehnte ist
Scharbeutz zu einem bedeutenden Ostseebad geworden. Infolgedessen steigen dort
die Pensionspreise. Scharbeutz hat auch nichts mehr von der Ruhe vergangener
Zeiten. Gäste, die die Ruhe lieben, wohnen darum lieber im gemächlichen Klingberg. Von hier aus können sie bequem die Ostsee errweichen, haben den Wald und den Pönitzer See sehr nahe und leben für sich allein.


© Karin Rohner 2006

  
Startseite-Klingberg  - Pönitzer See - Gründerjahre - Waldschänke Klingberg - Freilichtpark Klingberg - Kur-Promenade Das heutige Klingberg
 









Textbereich:
Ostsee-Leuchtturm, Nordsee-Inseln
Chronik von Klingberg-Geschichte
Pönitzer See
Copyright © 2006 by
Karin Rohner

Partnerseite:
Liebe-Lose-Gedichte

Reisebericht Top1000