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Hauptstraße
Hohegeiß 1968
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Hohegeiß
aus Liebeskummer
In Hohegeiß (570-642m ü. NN) weilte ich im Januar
1968. Mehr aus Verzweiflung
denn aus Lust.
Meine große Liebe hatte mich mal wieder verladen. Trotz aller
Versprechungen
um Weihnachten herum - statt des erwarteten Flugticketts
Hamburg-Caracas -
schickte er mir ein Foto von sich und seinem neuen
Auto, ein Jaguar, so weit
ich mich erinnere - und bedauerte, dass er
diesen Wagen auf Caracas Straßen
nie würde voll
ausfahren können. Alle Straßen
endeten abrupt im Urwald.
So hing ich denn in Hohegeiß herum. Meine Skier aus
Österreich hatte ich dabei.
Ich muss dazu sagen, dass ich mich ursprünglich
"ihm zu Liebe" auf
die Bretter
eingelassen hatte.
Ich rutschte auf sämtlichen umliegenden Hügeln
herum und ging abends
tanzen "Bei Wolfgang". Dort war jeden Abend was
los - denn Wolfgang spielte
hervorragend Hammondorgel. Am liebsten
"Der Babyspeck ist weg". Ein
Schlager, den ich nur dort jemals
hörte.
Hohegeiß lag damals am Ende der Welt. Direkt hinter dem
Gartenzaun meiner
Pension begann der Grenzstreifen zur DDR. Ob
man per Bus oder Auto gen
Norden - Richtung Braunlage, oder nach
Süden - Richtung Walkenried, fuhr
- es ging immer am Zaun entlang.
Ich muss abschließend erwähnen, dass ich mich von
meinem "Liebsten" damals
zum letzten Mal verladen ließ. Als er zwei Jahre
später - zwischen Venezuela
und Brasilien pendelnd - bei
mir in Lübeck zwischenlanden wollte - und wie
gewohnt meine Eltern aufsuchte,
um auszukundschaften, wo ich geduldiger Engel
nun wohl stecken würde - war ich längst in
England
verheiratet.
Meine Mutter schrieb mir, er saß nach dieser
Mitteilung stumm auf dem Sofa
herum und starrte auf seine
Hände - um sich dann Hals über Kopf zu
verabschieden.
Karin Rohner 2007
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Inhaltsverzeichnis:
Meine
Harzreisen - Hohegeiß
aus Liebeskummer - Winterreise Braunlage - Frühling in Bad
Lauterberg - Sommer in Altenau - Herbst in Bad Harzburg -
Goethe:
Harzreise
im Winter |
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Winterfreuden
in Hohegeiß im Harz
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