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Bernstein (elektrum)
Der Bernstein (vom altdeutschen Worte börnen, brennen) lat.
electrum, findet
sich in knollen- und plattenförmigen
Stücken, eingewachsen, eingesprengt,
auch in getropften und
geflossenen Gestalten, wie Baumharz.
Er ist wachs- bis honiggelb, ins Hyazinthrote und Braune, bisweilen
auch
milchweiß, durchsichtig bis undurchsichtig, von
muscheligen Bruche.
Härte 2,0 bis 2,5; Gewicht 1,0 bis 1,1.
Gerieben riecht er angenehm und wird
negativ elektrisch.
Der Bernstein ist das Harz einer vorweltlichen Tanne und
schließt deshalb
nicht selten Käfer,
Mücken, Ameisen, Pflanzenteile und sogar Spinngewebe
mit
Tautropfen, auch Holz- und Rindenstücke ein. Er verbrennt mit
heller,
weißer, etwas rußender Flamme unter
Verbreitung eines eigentümlich
balsamischen Geruches.
Außen ist er meist unansehnlich, hat aber einen
glänzend muscheligen
Bruch.
Schon bei den Alten stand der Bernstein in hohem Ansehen. Homer spricht
in der Odyssee von einem Halsbande, "golden, besetzt mit Elektron, der
strahlenden Sonne vergleichbar." Man gebraucht den Bernsttein noch
jetzt
nicht nur als Räucherwerk und zu Firnissen, sondern auch
zu
Schmuckgegenständen, besonders zu Halsschnüren,
Armbändern und
Pfeifenspitzen. Größere
Stücke werden per 1/2 Kilo mit 130 bis 175 Mark
bezahlt. Der
Bernstein wird hauptsächlich in den Ostseeländern
teils
ausgegraben, teils ausgefischt. Für ein im Berliner
Museum befindliches
Stück von 7 Kilo, 39 cm lang, 24 cm breit
und 9 bis 18 cm dick, erhielt der
Finder 3000 Mark Belohnung. Es fand
sich in einem Wassergrabern bei
Gumbinnen und wird auf 30 000 Mark
geschätzt.
(aus Naturgeschichte für die Jugend 1884)
[Bernstein] - [Ostsee-Geschichten]
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